Alpin Notruf: 140
Einsatz in der Breiten Ries

Einsatz in der Breiten Ries

Einsatz in der Breiten Ries 1

Am ersten Samstag im März löste ein 38-jähriger Tourengeher beim Aufstieg im Bereich der Vestenkogelflanke bei der Breiten Ries ein Schneebrett aus. Er stürzte rund 500 Meter ab und zog sich dabei eine Knieverletzung sowie Prellungen zu.

Da aufgrund der herrschenden Wetter- und Windbedingungen eine Hubschrauberbergung nicht möglich war, wurde sofort ein Einsatzteam zusammengestellt. Beteiligt waren insgesamt neun Bergretter aus Puchberg und von der Ortsstelle Hohe Wand sowie zwei Alpinpolizisten und eine Notärztin.

„Beim Eintreffen der Bergretter war der Verletzte bereits stark unterkühlt. Der Abtransport erfolgte mit der Alpintrage UT2000 und der Patient konnte an das Rote Kreuz zur weiteren Versorgung im Krankenhaus übergeben werden“, berichtet Einsatzleiter Manfred Schönthaler.

 

Winterübung und zwei Einsätze

Winterübung und zwei Einsätze

Rechtzeitig mit der Ankunft des Neuschnees im Schneeberggebiet fand in der Ortsstelle Puchberg am 19. Jänner die alljährliche Winterübung statt. Unter der Leitung von Markus Alfanz übten 29 Bergretterinnen und Bergretter das Einbringen von Personen in den Akja unter der Annahme verschiedener Verletzungsmuster. Im Bereich „Lawine“ lag der Fokus auf dem Training der Verschüttetensuche und Kameradenrettung. Übungsannahme: Eine Dreiergruppe unternimmt eine gemeinsame Schitour, wobei zwei Kameraden verschüttet werden. Der Nicht-Verschüttete muss sofort seine beiden Kameraden mittels LVS-Gerät orten. „Mit einem solchen Szenario wird die Handhabung der Lawinenausrüstung – also Verschüttetensuchgerät, Sonde und Schaufel – unter enormen Stressbedingungen simuliert“, erklärt Alfanz.

Der Nachmittag stand im Zeichen der Bergung mittels Akja im winterlichen Steilgelände: Dazu gehört u.a. das Anbringen von Verankerungen, um den Akja mittes Seil sichern zu können

Noch während der Übung wurde ein realer Alarm ausgelöst: im Gebiet des Schleppliftes Losenheim hatte sich eine Schifahrerin am Bein verletzt. Vier Mitglieder der Übungsgruppe machten sich sofort auf den Weg zum Unfallort. Gemeinsam mit Einsatzleiter Manfred Schnthaler und einem weiteren Bergretter wurde die verletzte Schifahrerin noch am Unfallort erstversorgt, mittels Akja ins Tal transportiert und der Rettung übergeben.

Herzlich bedanken wollen wir uns bei der Geschäftsführung und den Mitarbeitern der Schneeberg Sesselbahn und des Schleppliftes für die Unterstützung beim Mannschaft- und Materialtransport!

Auch in der Nacht vor der Übung wurden die Puchberger Bergretter, diesmal gemeinsam mit Kameraden der Ortsstelle Reichenau alarmiert: Drei Wanderer hatten sich im Gebiet des Krumbachgrabens verirrt. Zum Glück wurden sie bald gefunden und konnten vom gemeinsamen Team aus Puchberg und Reichenau sicher und unverletzt ins Tal gebracht werden.

Bilder: Abtransport mittels Akja bei der Übung oben und unten), Anleitung des Szenarios für die Lawinenübung (Mitte)

Winterübung und zwei Einsätze 2
Winterübung und zwei Einsätze 3
Gemeinsamer Einsatz von drei Ortsstellen

Gemeinsamer Einsatz von drei Ortsstellen

Ein Bergsteiger hatte sich am Sonntag, 13. Oktober 2019, im Gebiet des Herminensteiges verstiegen und leicht verletzt. Nachdem er die Nacht über biwakiert hatte, alarmierte er Montag Früh die Einsatzkräfte der Bergrettung. „Da um diese Zeit viele unserer freiwilligen Bergretter beruflich unabkömmlich sind, habe ich sofort die Nachbar-Ortsstellen Grünbach und Hohe Wand mit-alarmieren lassen“, berichtet Einsatzleiter Manfred Schönthaler von der Ortsstelle Puchberg.

Auf diese Weise konnte rasch ein Einsatz-Trupp aus 14 Mann plus einer Alpinpolizistin zusammengestellt werden. Da sich der verletzte Bergsteiger in unwegsamen und nur schwer zugänglichen Gebiet befand, wurde eine Hubschrauber-Bergung versucht. Auf Grund starken Nebels konnte der in Wien stationierte zuständige „Heli“ des Innenministeriums jedoch nicht starten, sodass die Rettung aus der Luft aus Graz kam. Mittels Taubergung wurde der leicht verletzte Bergsteiger geborgen. „Ein herzliches Dankeschön nochmals an unsere Nachbar-Ortsstellen für die sofortige Unterstützung“, sagt Schönthaler.

Einsatz Faden 2019 08

Einsatz Faden 2019 08

Einsätze in den Sommer-Monaten

HS Einsatz Faden 2019 08 b klein

Durch die Alarmierung mittels SMS wissen Bergretter unmittelbar nach dem Absetzen eines Notrufes, wo jemand ihre Hilfe benötigt. Erst Anfang August rutschte eine Wanderin am Faden (nahe dem Almreserlhaus) aus und brach sich den Knöchel. Die alarmierte Dienstmannschaft nahm die Erstversorgung vor. Um eine rasche Schmerztherapie und einen schonenenden Abtransport zu ermöglichen, erfolgte der Abtransport durch den ÖAMTC-Notarzthubschrauber – die Patientin konnte so in kürzester Zeit im Spital behandelt werden .

Danke an dieser Stelle allen Kameraden für ihre ständige Einsatz-Bereitschaft!

 

 

171120-Einsatz-Hochschneeberg

171120-Einsatz-Hochschneeberg

Bergrettung holt Wanderer bei Sturm vom Schneeberg

Ein glückliches Ende fand am Montag eine Wanderung für zwei Wiener. Nach einer unfreiwilligen Nacht auf der Fischerhütte konnten die Beiden bei Sturm und Nebel von der Bergrettung ins Tal gebracht werden.

Die beiden Freunde trafen sich am Sonntag um über den Wurzengraben auf den Schneeberg aufzusteigen. Sie erreichten die Fischerhütte am Nachmittag. Da Nebel Sturm und Schneetreiben ihnen den Rückweg unmöglich machte, riefen sie kurz vor Einbrechen der Dunkelheit über den Alpinnotruf 140 die Bergrettung Puchberg. Einsatzleiter Gerhard Lesch riet ihnen in Absprache mit der Alpinpolizei, die Nacht im Winterraum der Fischerhütte zu verbringen und sich zu melden, wenn sie am nächsten Tag den Abstieg in Angriff nehmen.

Nach einer eisigen Nacht war es den Männern aufgrund des etwa 80 km/h starken Sturmes, der Eis und Schnee waagrecht vor sich hertrieb, ebenfalls unmöglich den Gipfelbereich zu verlassen. Die Retter fuhren mit dem Einsatzfahrzeug bis zur Haltestelle Baumgartner, zu welcher die Zufahrt mit dem Auto gerade noch möglich war um von dort aus weiter zu Fuß zu den Männern aufzusteigen. „Beim Baumgartner hätte man gemütlich eine Schneeballschlacht machen können, 300 Meter weiter oben haut dir der Sturm die Eiskristalle um die Ohren“, so Lesch über die anspruchsvolle Wettersituation.

Die Bergretter trafen die Wiener in der Fischerhütte an und geleiteten sie sicher ins Tal. „Wenn man sich dort oben nicht auskennt oder nur ein paarmal dort war, kann man sich unmöglich orientieren, wenn die Sicht weg ist. Du kannst drei Meter neben der Fischerhütte vorbei gehen ohne die Hütte zu sehen! Es ist gut, dass die Beiden uns
gerufen haben“, gibt der Einsatzleiter der Bergrettung Puchberg zu bedenken.
Die beiden Freunde waren alpin erfahren und gut ausgerüstet. Auch die Wettersituation war ihnen nicht unbekannt. „Sie haben den Schneeberg falsch eingeschätzt. Wenn der Wetterbericht sagt, dass das Wetter schlecht wird, dann ist es dort oben meistens schlechter“, so Lesch.

Schneeberg Sturm c OEBRD Simon Frank

170805 Einsatz Herminensteig

170805 Einsatz Herminensteig

Zweiter nächtlicher Sucheinsatz binnen einer Woche

Am Vormittag des 05. August stiegen die 37-jährige P. und ihre 36-jährige Begleiterin von Schneebergdörfl über die Bürklehütte und den Nandlgrat bis zur Fischerhütte auf. Der Abstieg war über den Herminensteig geplant. Aufgrund der unterschiedlichen konditionellen Verfassungen trennten sich die beiden Frauen im Abstieg auf dem oberen Herminensteig, hielten jedoch telephonisch Kontakt. Dieser brach jedoch gegen 17:00 aufgrund des leeren Handyakkus von P. ab.

Die jüngere der beiden Frauen dürfte sich verstiegen haben und anstatt über den unteren Herminensteig abzusteigen, geriet sie in den angrenzenden Schneidergraben. Als sie bei ihrem in Schneebergdörfl abgestellten KFZ eintraf, musste sie feststellen, dass ihre Freundin auch nach längerem warten dort nicht eintraf. Aus diesem Grund wandte sie sich an die nächstgelegenen Anwohner, die in weiterer Folge die Bergrettung Puchberg verständigten.

In kurzer Zeit war eine erste Einsatzmannschaft zusammengestellt und auf dem Weg Richtung Herminensteig und Schneidergraben. Auch zwei Beamte der AEG Neunkirchen, unterstützten vor Ort die Einsatzmannschaften der Bergrettung. Zur Lokalisation der Abgängigen wurde der Hubschrauber des BMI angefordert, der mit einer Wärmebildkamera ausgestattet, einen Suchflug durchführte, jedoch nach kurzer Zeit aufgrund einer aufziehenden Gewitterfront abbrechen musste. Zwischenzeitlich waren fünf Mannschaften der Bergrettung im Einsatzgebiet strategisch im Gelände verteilt. In Anbetracht der Situation wurden zu diesem Zeitpunkt, gegen 23:30, die Vorkehrungen für die Fortsetzung des Sucheinsatzes am nächsten Tag getroffen. Kurz darauf kam per Funk die freudige Nachricht, dass einer unserer Kameraden Ruf- und Sichtkontakt mit P. herstellen konnte. Ab diesem Zeitpunkt machte sich bei allen Beteiligten Erleichterung sichtlich bemerkbar, vor allem bei der Begleiterin der Gesuchten, die während des Einsatzgeschehens in der Zentrale der Bergrettung Puchberg wartete und hoffte.

Symbolfoto Fadensteig

Mit 19 Mann im Einsatz, zwei davon von der AEG Neunkirchen, sowie Unterstützung vom Hubschrauber des Innenministeriums konnte gegen 01:30 des 06. August das Einsatzende gegeben werden.

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