Alpin Notruf: 140
Fordernder Lawineneinsatz trotz geringer Lawinenwarnstufe

Fordernder Lawineneinsatz trotz geringer Lawinenwarnstufe

Am Sonntag, 27. Dezember 2020 wurden um die Mittagszeit Einsatz-Alarm ausgelöst.  Zwei Bergsteiger waren in die Breite Ries/Rote-Schütt-Flanke aufgestiegen. Trotz äußerst geringer Lawinengefahr – es galt Lawinenwarnstufe 1 – löste sich ein kleines Schneebrett in der Roten-Schütt-Flanke, das von einer kleinen Schneeverfrachtung am darüber gelegenen Kamm stammte. Einer der beiden Bergsteiger wurde rund 70 Höhenmeter in die Tiefe gerissen und erlitt Verletzungen am ganzen Körper mit Verdacht auf eine schwere Beckenverletzung. Sein Kamerad alarmierte sofort den Bergrettungsnotruf 140. Der rasch eintreffende Voraustrupp der Bergrettung Puchberg stieg von der nahe gelegenen Bürkle-Bergrettungshütte zum Verletzten auf. Starker Wind mit bis zu 100 km/h erschwerte den Aufstieg massiv und der ebenfalls alarmierte Notarzthubschrauber Christophorus 3 konnte aufgrund starker Windböen keine Bergung durchführen. Die Einsatzmannschaft des Notarzt-Teams stieg daher vom Schneebergdörfl aus ebenfalls zum Unfallort auf. Gemeinsam mit 25 Bergretter*innen der Ortsstellen Puchberg und Grünbach wurde der Verletzte nach der Erstversorgung mittels Gebirgstrage ins Tal gebracht und von dort weiter ins Krankenhaus. Noch vor Einbruch der Dunkelheit gegen 16:30 Uhr ist der Einsatz beendet.

„Trotz widrigster Bedingungen wurde der Einsatz mit Bravour abgewickelt“, lautet das Resümee von Ortsstellenleiter-Stv. Jürgen Leitner. Der diensthabende Einsatzleiter der Ortsstelle Puchberg, Thomas Fuhs, ergänzt: „Ich bin wirklich stolz, bei dieser Rettungsorganisation dabei zu sein. Alle Kameraden und Kameradinnen haben gezeigt, dass sie absolute Profis sind.“

Die Bergrettung Niederösterreich/Wien verweist im Zusammenhang mit dem jüngsten Einsatz erneut darauf, dass auch bei geringer Lawinenwarnstufe aufgrund von Verfrachtungen und entsprechender Wetterfaktoren Schneebretter abgehen können! Der Appell lautet daher sich auf den Websites des Lawinenwarndienstes und der Bergrettung vorab zu informieren und Gelände und Schnee- sowie Wetterfaktoren während der Tour immer im Auge zu behalten.

Quelle: Facebook/Bergrettung NÖ/W, Foto: M. Schönthaler/Ortsstelle Puchberg

Ausflugsgäste sicher in´s Tal gebracht

Ausflugsgäste sicher in´s Tal gebracht

Am Samstag, 3. Oktober kurz nach 13:00 Uhr musste die Salamander Schneebergbahn auf dem Abschnitt zwischen Station Baumgartner und Hochschneeberg wegen Orkanartiger Böen aus Sicherheitsgründen ihren Betrieb einstellen. Rund 250 Ausflugsgäste und Wanderer, die eigentlich mit dem „Salamander“ wieder in´s Tal fahren wollten, befanden sich zu dieser Zeit auf dem Plateau des Hochschneebergs. Die Bergrettung Puchberg wurde alarmiert, um die Gäste sicher zurück zu dem bei der Haltestelle Baumgarten wartenden Zügen zu bringen. Geleitet wurde der Einsatz seitens der Ortsstelle Puchberg von Roman Lechner aus dem Einsatzleiter-Team; rund 40 Bergretter aus Puchberg sowie den Ortsstellen Grünbach, Hohe Wand und Reichenau waren im Einsatz und begleiteten die Personen – darunter auch Kleinkinder oder Personen mit eingeschränkter Mobilität – sicher über den Zahnradbahnweg hinunter. Der zum Teil schwierige Abstieg brachte zwar einige der Gäste an ihre persönlichen Grenzen, alle nahmen den den unfreiwilligen Abstieg jedoch gelassen hin und niemand wurde verletzt. „Auch die Zusammenarbeit zwischen Bergrettung und den Mitarbeitern der Niederösterreichbahnen NÖVOG war einmal mehr hervorragend“, resümiert Ortsstellenleiter Gerhard Lesch. 

Bild: Bergretter im Anstieg zum Hochplateau, um Ausflugsgäste und Wanderer sicher zurück zu begleiten, nachdem die Salamander Schneebergbahn wegen des Sturmes im letzten Streckenabschnitt den Betrieb einstellen musste. 

 

Einsatz unter schwierigen Bedingungen

Einsatz unter schwierigen Bedingungen

Kurz vor dem letzten Augustwochenende alarmierten zwei verirrte Bergsteiger die Bergrettung Puchberg: Sie meinten sich im Bereich des Schneidergrabens verstiegen zu haben. Sie befanden sich auf einem Schotterfeld und konnten nicht mehr weiter. Die Hüttenwirte vom Damböckhaus und der Fischerhütte – beide selbst Bergretter – versuchten die beiden aufzufinden, jedoch erfolglos.

Die Schwierigkeit für den diensthabenden Einsatzleiter Roman Lechner und das Einsatz-Team bestand zunächst darin, bei immer wieder unterbrochener Mobiltelefon-Verbindung die Personen genau zu orten. Erst mit Hilfe eines Suchflugs des Hubschraubers des Innenministeriums „Libelle“ konnten sie in einer steilen Rinne aufgefunden werden – sie waren ursprünglich über den Herminensteig abgestiegen und vom Weg abgekommen.

Eine Seilbergung der beiden bis auf leichte Schürfwunden unverletzten Personen war wegen des starken Windes nicht möglich. Die „Libelle“ konnte jedoch Bergretter auf das Schneeberg-Plateau fliegen. Die Mannschaft stieg über den Herminensteig ab und brachte die beiden durch Kletterseile gesichert aus dem Steinschlag-gefährdeten Gelände sicher in´s Tal.

4 Einsätze am 2. Ferien-Wochenende

4 Einsätze am 2. Ferien-Wochenende

Am zweiten Ferienwochenende in Niederösterreich leisteten insgesamt 26 Puchberger Bergretter*innen bei vier Einsätzen Hilfe für verletzte, erkrankte oder verirrte Wanderer. Am Samstag verletzte sich zunächst eine Frau im Bereich der Edelweißhütte so schwer am Fuß, dass sie nach Erstversorgung mit dem ÖAMTC-Notarzthubschrauber ins Krankenhaus gebracht werden musste. Praktisch zeitgleich zeigte ein Patient mit Bluthochdruck bei der Fischerhütte eine gravierende Verschlechterung seines Zustandes. Ein zufällig anwesender Arzt empfahl eine möglichst rasche Behandlung im Krankenhaus. Aufgrund der herrschenden Witterungsbedingungen am Schneeberg-Plateau (Starkregen, Wind) war eine Bergung mittels Hubschrauber nicht möglich. Der Patient wurde zu Schneebergbahn gebracht, auf dem Weg ins Tal auch von der Puchberger Notärztin Dr. Karin Pietsch weiter versorgt und in Puchberg vom Rettungshubschrauber „Martin 5“ übernommen.

Am Sonntag erlitt eine weitere Bergsteigerin im Bereich der Breiten Ries eine Knöchelverletzung, sie wurde nach Erstversorgung zunächst mit der Gebirgstrage und dann in Zusammenarbeit mit der Alpinen Einsatzgruppe der Polizei mittels Geländewagen ins Tal gebracht. Sonntag Abend wurden schließlich zwei Wanderer von ihren Angehörigen als vermisst gemeldet. Nachdem bereits eine Suchmannschaft abmarschbereit war, konnte via Handy Kontakt zu den Personen hergestellt werden. Sie befanden sich im Bereich der Breiten Ries und wurden dann von einem kleinen Einsatz-Team sicher zurück zu ihrem PKW gebracht.

Bild oben: Bergung der verletzten Wanderin im Bereich der Breiten Ries (Foto: R. Lechner); Bild unten: Hubschrauber-Einsatz bei der Edelweißhütte (Foto: M. Zöchling)

4 Einsätze am 2. Ferien-Wochenende 1
Einsätze zu Ferienbeginn

Einsätze zu Ferienbeginn

Gleich in den ersten Ferientagen wurden die Puchberger Bergretter zu mehreren Einsätzen gerufen. Am Samstag, 4. Juli, hatte sich ein Bergsteiger im Bereich der Krummen Ries verstiegen und alarmierte die Bergretter. Der unverletzte Mann konnte aus dem extrem steilen und Steinschlag-gefährdeten Gelände mittels Taubergung vom Polizeihubschrauber „Libelle“ geborgen werden. Tags darauf überknöchelte eine Wanderin im Bereich des Öhlers: sie wurde nach Erste Hilfe-Maßnahmen durch die Puchberger Bergrettung mittels Einsatz-Kfz ins Tal gebracht.

Unser Tipp für die Wandersaison am Schneeberg: Der höchste Berg Niederösterreichs birgt hochalpines Gelände. Bitte unbedingt auf den markierten Wanderwegen bleiben und sich vor der Tour genau über die zu erwartenden Anforderungen erkundigen!

Bild: Alpinpolizei und Bergrettung beim gemeinsamen Einsatz (Foto: Ch. Postl)

Fels-Einsatz am Pfingstmontag

Fels-Einsatz am Pfingstmontag

Am Pfingstmontag verlor ein Bergsteiger im Abstieg im Bereich des Oberen Herminensteiges den Halt und stürzte mehrere Meter ab, wobei er Verletzungen an Kopf und Schulter erlitt. Aufgrund starken Windes war eine Bergung mittels Notarzthubschrauber (Taubergung) nicht möglich. Unter der Leitung des diensthabenden Einsatzleiters Manfred Schönthaler wurde der Verletzte von insgesamt zehn Einsatzkräften der Ortsstelle Puchberg mittels Gebirgstrage über eine Schotterrinne, den Schneidergraben, abgeseilt. Die Bergretter waren zum Teil in ihrem Bereitschaftsdienst vom Damböckhaus bzw. von der Fischerhütte zum Verletzten abgestiegen, weitere wurden vom ÖAMTC-Notarzthubschrauber am Plateau abgesetzt und stiegen von dort ebenfalls zum Verletzten ab. Auch ein weiterer Versuch einer Taubergung musste wegen des anhaltenden starken Windes abgebrochen werden, sodass der Verletzte bis zur nächsten Forststraße weiter abgeseilt wurde. Von dort wurde er mit dem Einsatzfahrzeug Defender zu Tal gebracht und nach ärztlicher Versorgung an das Team der Rettung übergeben. „Unsere Mannschaft hat dabei wieder einmal mehr unter schwierigen Bedingungen eine super Leistung erbracht“, lautet das Resümee des Einsatzleiters der Ortsstelle Puchberg, Karl Tisch.

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