Alpin Notruf: 140
Herbstübung und täglich eine Alarmierung

Herbstübung und täglich eine Alarmierung

Die letzte Woche, geprägt von herrlichem Herbst-Wanderwetter, war für die Bergrettungs-Ortsstelle Puchberg eine fordernde: Nach einer Übung am ersten Herbst-Wochenende mit Rettungs-Techniken in einer stellen Felsrinne, wurde in den darauffolgenden Tagen täglich der Alpine Notruf im Schneeberggebiet ausgelöst: Erschöpfte und/oder verletzte Wanderer mussten zum Teil während der Nachtstunden aufgefunden, erstversorgt und in´s Tal gebracht werden.

Daher denkt bitte bei allen Touren daran: Mit dem Herbst verändern sich die Bedingungen am Berg sehr rasch! Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken und Wetterumschwünge können schnell spürbare Auswirkungen haben. Gerade vermeintlich bekannte oder technisch einfache Touren sollten deshalb nicht unterschätzt werden.

Die Bergrettung Puchberg empfiehlt daher, Touren hinsichtlich Länge, Schwierigkeit und Kondition realistisch zu planen, den aktuellen Wetterbericht zu berücksichtigen und ausreichend Zeitreserven einzuplanen. Zur Grundausstattung gehören festes Schuhwerk, der Witterung entsprechende Kleidung, ausreichend Wasser und Verpflegung sowie ein geladenes Mobiltelefon. Besonders im Herbst sollte die verbleibende Tageslichtzeit bereits bei der Tourenplanung berücksichtigt werden.

Digitale Karten, GPS, Wetterinformationen und Standortübermittlung haben die Sicherheit am Berg deutlich erhöht. Im Notfall kann das Mobiltelefon entscheidend dazu beitragen, Personen rasch zu lokalisieren. Digitale Routenvorschläge sollten im alpinen Gelände jedoch immer auf ihre Plausibilität geprüft werden. Eine Navigations-App kann bei der Orientierung unterstützen, ersetzt aber weder Tourenplanung noch Erfahrung, Kondition und Eigenverantwortung.

Fotos: Tisch/Barta, Bergrettung Puchberg

Einsatz-starker August

Einsatz-starker August

Bisherige Einsatz-Bilanz im Monat August: Seit dem 10. August 2026 gab es täglich Alarm für die Bergrettung Puchberg. Ein- bis zweimal am Tag mussten ein Einsatzteam ausrücken um verletzte, erkrankte oder unverletzte, erschöpfte Bergsteiger:innen zu retten.

Wir appellieren daher erneut daran Touren im Schneebergebiet sorgsam zu planen, verlässliche Wetterdienste und Tourenbeschreibungen zu nutzen. An heißen Tagen und/oder bei Gewittern und Durchnässung bestehen extreme Gefahren. Bitte achtet auf Euch und Eure Begleiter:innen wenn ihr in die Berge geht!

Bild: Bergrettung Puchberg/Archiv

Clusterübung und zwei Einsätze

Clusterübung und zwei Einsätze

Ein intensives Wochenende absolvierten Bergretter und Bergretterinnen am vergangenen Wochenende am Schneeberg. Am Samstag stand eine „Clusterübung“ mit rund 50 Teilnehmern aus sechs verschiedenen Ortsstellen (Grünbach, Hohe Wand, Pernitz, Puchberg, Triestingtal und Wien) auf dem Programm. Geübt wurde unter anderem der Lawinen-Einsatz, auch mit Unterstützung der Hundestaffel, sowie eine Personenrettung von einem vereisten Grat.

Gleich zwei Einsätze forderten zudem die Teams der Ortsstellen Puchberg und Wien: Am Samstag musste eine unterkühlte Person von Bergrettern der Ortsstelle Wien am Hochschneeberg versorgt und in´s Tal gebracht werden. Am Sonntag wurden drei verirrte Skitourengeher aus einem Latschenfeld gerettet. Unterstützt wurden die Ortsstelle Puchberg hier von der „Libelle“ des Innenministeriums (Flugpolizei), die zwei Bergretter zum Einsatzort flog, sodass diese die drei unverletzten Bergsteiger in´s Tal bringen konnten.

Ein herzliches Dankeschön allen Einsatzkräften sowie den Teams der umliegenden Ortsstellen für die kollegiale Zusammenarbeit!

Bilder: Bergrettung Puchberg

Nächtlicher Sucheinsatz

Nächtlicher Sucheinsatz

Eine gemeinsame Suchmannschaft aus Bergrettern der Ortsstelle Puchberg und der Alpinpolizei konnten am vergangenen Wochenende zwei Jugendliche im Bereich des unteren Herminensteiges unverletzt auffinden und in´s Tal bringen. Zunächst hieß es noch, dass eine weitere Zweier-Gruppe abgängig sei, denn die Jugendlichen waren zunächst zu viert aufgebrochen. Doch noch während der nächtlichen Suchaktion meldet sich einer der beiden telefonisch und gab an, bereits zu Hause zu sein.

Unterstützt wurden die Suchmannschaften durch eine Drohnengruppe sowie zwei Hundeführer mit Suchhunden. „Der Einsatz hat wieder gezeigt, wie gut die Teamarbeit funktioniert. Bereits kurz nach der Alarmierung konnten nach der Lagebesprechung und Gruppeneinteilung in der Bergrettunszentrale die Suchteams ausrücken“, berichtet Ortsstellenleiter Gerhard Lesch, der diesen Einsatz geleitet hat.

Bild: Bergrettung Puchberg Archiv

Aktuell: Eisige Verhältnisse am Schneeberg!

Aktuell: Eisige Verhältnisse am Schneeberg!

Bitte diese keinesfalls unterschätzen!

Auch wenn der Schneeberg aktuell weitgehend schneefrei aussieht, herrschen in einer Höhe m ab ca. 1400m Seehöhe oft winterliche Verhältnisse durch Schmelzwasser, Regen, Schnee, Wind und Kälte. Diese führen zu einem erhöhten Gefahrenpotenzial besonders durch Eis und harten Altschnee. Viele Steige in exponierten Lagen und schattenseitig werden dadurch anspruchsvoller und gefährlicher.
Aktuelle Einsätze zeigen: Bergsteiger können an vereisten Stellen oft nicht mehr weiter und der selbständige und ungesicherte Abstieg ist extrem gefährlich. So mussten zuletzt innerhalb weniger Tage fünfmal Einsatzmannschaften zu später Stunde Personen – oft bereits unterkühlt – aus unwegsamem und vereistem Gelände bergen.
Bitte daher die Grundregeln der Tourenvorbereitung beachten:
o Anerkannte Apps oder Tourenführer zu Rate ziehen
o Zeitangaben der Wegkreuzungen beachten und lieber mehr Zeit einplanen
o Auch die richtige Ausrüstung inklusive festes Schuhwerk mit Steigeisen oder Grödeln (rechtzeitig anziehen!) gehört zu einer Wintertour
o Wind- und Wetterverhältnisse genau beobachten: Einige Wetter-Apps geben die „gefühlte“ Temperatur an, die aufgrund des Windes oft deutlich unter der gemessenen liegt.
Gemeinsam sicher am Berg – und wieder in´s Tal!

Fotos: Karl Tisch/Bergrettung Puchberg

Nacht-Einsatz am Nandlgrat

Nacht-Einsatz am Nandlgrat

Alarmierung für die Bergrettung Puchberg am Montag um 23.30 Uhr: Zwei Bergsteiger setzten den Notruf ab. Sie waren bereits seit dem Vormittag auf dem Schneeberg unterwegs und konnten schließlich mit Hilfe des Hubschraubers mit Nacht-Suchgerät im Bereich Nandlgrat geortet werden. Der Such- und Bergetrupp der Bergrettung Puchberg traf auf die beiden oberhalb der Riesshütte und brachte sie mit Seilsicherung und Hilfe der Gebirgstrage zum Wanderweg, von wo aus sie mit dem Einsatz-KfZ weiter in´s Tal gebracht und dem Rettungsdienst des Roten Kreuzes übergeben wurden. 

„Ein herzliches Dankeschön an alle Einsatzkräfte, die sich die Zeit genommen haben, zu helfen“, sagt Einsatzleiter Karl Tisch am frühen Morgen nach Einsatzende. 

Bild: Faiman/Bergrettung Puchberg