Alpin Notruf: 140
Zusammenarbeit mit Notruf NÖ

Zusammenarbeit mit Notruf NÖ

Zusammenarbeit mit Notruf NÖ

In einem spannenden Vortrag gab Stefan Spielbichler (4.v.li.) von Notruf Niederösterreich Einblick in die Zusammenarbeit zwischen der Einsatz-Leitstelle und der Bergrettung. „Unter anderem haben unsere speziell geschulten Notrufmitarbeiter am Alpinnotruf 140 viele technische Hilfsmittel zum herauszufinden, wo sich eine Person befindet, die ihren genauen Aufenthalt nicht kennt“, erklärt Spielbichler. Dazu gehören etwa digitale Kartensysteme mit GPS oder die Handyortung. Auf diese Weise gelingt es im Einsatzfall in ständiger Kommunikation mit den Einsatzleitern der Bergrettung rasch eine Mannschaft zu verunfallten oder verirrten Personen zu schicken.

Wichtig: Wenn Sie einen Alpinunfall unter 140 melden, machen Sie möglichst genaue Angaben darüber: Was ist passiert? Wer ist betroffen? Wo war der letzte bekannte Aufenthaltsort?

120 Jahre Elisabethkircherl am Schneeberg

120 Jahre Elisabethkircherl am Schneeberg

Bei richtigem „Kaiserwetter“ zelebrierte Dechant Wolfgang Berger am 20. Juni 2021 eine Festmesse zum 120-jährigen Jubiläum der „Kaiserin Elisabeth-Gedächtniskirche“ auf dem Hochschneeberg. Neben zahlreichen Ehrengästen und vielen Einheimischen nahmen auch Bergretterinnen und Bergretter der Ortsstelle Puchberg teil. Die Bergrettung feiert übrigens heuer ihr 125-jähriges Bestehen – schon 5 Jahre vor dem Bau der Kirche wurde sie nach einem Lawinenunglück auf der Rax gegründet!

Bild: Roman Lechner, Josef „Karl“ Fornix, Christina Lechner, Martina Bock, Herbert Gschaider, Josef Wurzinger und Günter Pollanz (v.li.) – Danke Ingrid Jägersberger Ax für die Aufnahme! 

Einsatzgebiet Flatzerwand

Einsatzgebiet Flatzerwand

Zum Einsatzgebiet der Ortsstelle Puchberg gehört auch die Flatzerwand. Regelmäßig veranstalten daher unsere Dienstgruppen hier Übungen mit Klettertechnik und Seilbergungen – so kürzlich die Dienstgruppe 1 unter der Leitung von Markus Alfanz (3. v.li.). Dankeschön auch an die „Wirtsleut“ vom Damböckhaus, Susi und Christoph Gruber, für die Jause! 

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag!

Zwei unserer Kameraden feierten dieser Tage besondere Geburtstage: Friedrich „Friedl“ Schuster wurde 80 und Michael Lechner 50!

Friedl Schuster zählt zu jenen verdienten Bergrettungskameraden, die praktisch „jede Ecke“ im Schneeberggebiet kennen und die nach wie vor gerne ihre Erfahrung aus unzähligen Einsätzen in rund 25 Jahren Bergrettungsdienst weitergeben. Mit Umsicht macht er etwa immer wieder Wanderer auf „kritische“ Abzweigungen aufmerksam. „Es gibt gewisse Stellen, wo die Leute gerne die falsche Abzweigung nehmen und wir müssen sie dann manchmal suchen, wenn die Dunkelheit hereinbricht“, weiß Schuster. Wer mit ihm am Schneeberg unterwegs ist, erfährt gerne an welchen Stellen er von mitunter schwierigen Bergungen zu berichten weiß.

Zum runden Geburtstag gratulierten nun Ortsstellenleiter Gerhard Lesch und sein Stv. Jürgen Leitner mit Josef Wurzinger und Einsatzleiter Karl Tisch (Bild oben). Als besondere Überraschung gab es neben einem Geschenkkorb ein von Josef Wurzinger handgeschmiedetes Gipfelkreuz samt Bergrettungsmann.

Genau wie Friedl schätz auch Michael Lechner die Kameradschaft im Bergrettungsdienst. Michl trat vor zehn Jahren in den Dienst der Ortsstelle ein und nutzt seine freie Zeit gerne für Schneebergtouren – „umso besser, wenn wir unsere Leidenschaft für die Berge mit einem guten Zweck verbinden und anderen in Notfällen helfen können.“

Zum 50er gratulierten Jürgen Hollendohner, Jürgen Leitner, Thomas Fuhs und Gerhard Lesch (Bild unten); im Geschenkkorb befand sich auch ein Exemplar des Buches „50 – Endlich nicht mehr jung!“, in dem Christina Lechner von der Ortsstelle Puchberg bereits im ersten Kapitel erfahrene Bergretter wie Friedl Schuster als Vorbilder beschreibt.

Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag! 1
125 Jahre Bergrettung:  Tradition & moderne Einsatz-Technik

125 Jahre Bergrettung: Tradition & moderne Einsatz-Technik

Vor 125 Jahren wurde nach einem Lawinenunglück auf der Rax der „Alpine Rettungsausschuss“, die heutige Bergrettung, gegründet. Kurz darauf kam es zur Gründung der heutigen Bergrettungs-Ortsstelle Puchberg. Gearbeitet wird heute mit moderner Technologie – von Funksystemen bis zur neuesten Erkenntnissen in der Ersten Hilfe – doch Traditionen geben uns nach wie vor wichtigen Rückhalt. 

Die Tradition lebt mit dem Namen des Gründers unserer Ortsstelle Ferdinand Bürkle weiter: Nach ihm ist unsere Diensthütte in der Breiten Ries benannt, die viele Puchberger und Puchbergerinnen sowie Urlaubsgäste von Wanderungen über den Nördlichen Grafensteig kennen. Bei vielen Bergrettern ist das Ehrenamt zudem „Familientradition“: Söhne und Töchter, die Übungen und Einsätze seit Kindheitstagen miterlebt haben, treten gewissermaßen in die Fußstapfen ihrer Väter. Die Ortsstelle Puchberg war übrigens die erste in ganz Österreich, die 1993 Frauen in die Mannschaft aufnahm: Aktuell versehen vier Frauen ihren Bergrettungsdienst am Schneeberg. 

Die Gründe dafür in den Bergrettungsdienst einzutreten, haben sich seit den Zeiten Ferdinand Bürkles kaum verändert: Seit jeher sind es neben der Leidenschaft für den Bergsport und dem Bedürfnis „einen Beitrag zu leisten“ die Kameradschaft und das Teamwork in der Ortsstelle. Gemeinsame Interessen und Ziele schweißen Bergretter über Alters- und Berufsgruppen hinweg zusammen!

Dies wissen auch unsere Anwärter zu schätzen, für die wir stellvertretend Andreas Renner vorstellen. Andreas trat im Frühjahr 2020 in die Ortsstelle Puchberg ein und hat damit sein Probejahr bald absolviert. „Ich war schon immer viel und gerne in den Bergen unterwegs, wobei ich schon einige Male miterleben musste, wie schnell es passieren kann, dass man auf fremde Hilfe angewiesen ist. Ich möchte als Bergretter Teil einer Organisation sein, die hier einen ganz wichtigen Beitrag leistet“, sagt Renner.

Renner ist als gebürtiger Neunkirchner im Schneebergland aufgewachsen, Bergerfahrung bringt er zudem von einigen 3000ern und 4000ern in den Alpen mit.  Nicht zuletzt schätzt er die Tradition und die Weitergabe von Wissen auch außerhalb der Schulungen. „Es ist von unschätzbarem Wert, wenn erfahrene Kollegen uns ihre Ortskenntnisse weitergeben, sodass wir im Einsatzfall möglichst kurze, aber auch sichere Zustiege zu verunfallten Personen haben.“ Auch die Tradition der jährlichen Messe auf der Bürkle-Hütte gehört dazu und wir hoffen, diese im September 2021 wieder feiern zu können.

Eine gekürzte Version dieses Beitrages erscheint dieser Tage in der Zeitschrift „Puchberger Franzerl“ der Gemeinde Puchberg am Schneeberg.

Bilder: Puchberger Bergretter auf dem Schneeberg-Gipfel im Winter 2019/20:  Herbert Gschaider, Ortsstellenleiter Gerhard Lesch, Benedikt und Sabrina Faiman (oben; v.li.; BR Puchberg/Faiman); Anwärter Andreas Renner bei einer Schitour (rechts; privat); Übung für den systematischen Lawinen-Einsatz (Faiman) 

 

125 Jahre Bergrettung: Tradition & moderne Einsatz-Technik 2
125 Jahre Bergrettung: Tradition & moderne Einsatz-Technik 3
Bitte extreme Vorsicht wegen Lawinengefahr am Schneeberg!

Bitte extreme Vorsicht wegen Lawinengefahr am Schneeberg!

Bitte extreme Vorsicht wegen Lawinengefahr am Schneeberg!

Die Lawinengefahr ist derzeit erheblich! Bereits heute Freitag wurden im Bereich Fadenweg zwei Lawinen durch geringe Zusatzbelastung ausgelöst! „Auch die Querung am Fadensteig sollte man derzeit meiden: hier liegen große Mengen an Triebschnee auf einer sehr harten Schicht. Es lauert auch in vielen bei Tourengehern beliebten Bereichen wie Wurzengraben oder Schneegraben die Gefahr von Schneebrettern“, warnt der Einsatzleiter der Bergrettung Puchberg, Karl Tisch. 

Neben den Schneebedingungen hat starker Wind die Lawinengefahr zusätzlich erhöht, sodass große Lawinen zu erwarten sind. In höheren Lagen muss vor allem der Triebschnee beachtet werden, der sich durch die laufenden Schneezuwächse und aufgrund des überaus stürmischen Windes gebildet hat. „Eine Schneebrettauslösung kann bereits durch die geringe Zusatzbelastung eines einzelnen Tourengehers oder durch Fernauslösungen erfolgen“, so Tisch.

Wichtig für Skitourengeher und Schneeschuhwanderer ist auch, dass außerhalb des gesicherten Skiraums (geöffnete Pisten) die notwendige Schutzausrüstung verwendet wird. Dabei muss immer ein eingeschaltetes (!) LVS (Lawinenverschüttetensuchgerät) am Körper getragen werden sowie eine Schaufel und eine Sonde im Rucksack mit dabei sein. Auch ein Lawinenairbagrucksack steigert die Überlebenschancen bei einem Lawinenabgang. Jedoch ist nicht nur das Vorhandensein der Schutzausrüstung wichtig, sondern es muss auch der Umgang damit regelmäßig geübt werden. „Die beste Ausrüstung hilft einem nicht, wenn der Umgang damit nicht geübt wurde“.

Fotos: Peter Groß

 

Bitte extreme Vorsicht wegen Lawinengefahr am Schneeberg! 4