Alpin Notruf: 140

Vor 125 Jahren wurde nach einem Lawinenunglück auf der Rax der „Alpine Rettungsausschuss“, die heutige Bergrettung, gegründet. Kurz darauf kam es zur Gründung der heutigen Bergrettungs-Ortsstelle Puchberg. Gearbeitet wird heute mit moderner Technologie – von Funksystemen bis zur neuesten Erkenntnissen in der Ersten Hilfe – doch Traditionen geben uns nach wie vor wichtigen Rückhalt. 

Die Tradition lebt mit dem Namen des Gründers unserer Ortsstelle Ferdinand Bürkle weiter: Nach ihm ist unsere Diensthütte in der Breiten Ries benannt, die viele Puchberger und Puchbergerinnen sowie Urlaubsgäste von Wanderungen über den Nördlichen Grafensteig kennen. Bei vielen Bergrettern ist das Ehrenamt zudem „Familientradition“: Söhne und Töchter, die Übungen und Einsätze seit Kindheitstagen miterlebt haben, treten gewissermaßen in die Fußstapfen ihrer Väter. Die Ortsstelle Puchberg war übrigens die erste in ganz Österreich, die 1993 Frauen in die Mannschaft aufnahm: Aktuell versehen vier Frauen ihren Bergrettungsdienst am Schneeberg. 

Die Gründe dafür in den Bergrettungsdienst einzutreten, haben sich seit den Zeiten Ferdinand Bürkles kaum verändert: Seit jeher sind es neben der Leidenschaft für den Bergsport und dem Bedürfnis „einen Beitrag zu leisten“ die Kameradschaft und das Teamwork in der Ortsstelle. Gemeinsame Interessen und Ziele schweißen Bergretter über Alters- und Berufsgruppen hinweg zusammen!

Dies wissen auch unsere Anwärter zu schätzen, für die wir stellvertretend Andreas Renner vorstellen. Andreas trat im Frühjahr 2020 in die Ortsstelle Puchberg ein und hat damit sein Probejahr bald absolviert. „Ich war schon immer viel und gerne in den Bergen unterwegs, wobei ich schon einige Male miterleben musste, wie schnell es passieren kann, dass man auf fremde Hilfe angewiesen ist. Ich möchte als Bergretter Teil einer Organisation sein, die hier einen ganz wichtigen Beitrag leistet“, sagt Renner.

Renner ist als gebürtiger Neunkirchner im Schneebergland aufgewachsen, Bergerfahrung bringt er zudem von einigen 3000ern und 4000ern in den Alpen mit.  Nicht zuletzt schätzt er die Tradition und die Weitergabe von Wissen auch außerhalb der Schulungen. „Es ist von unschätzbarem Wert, wenn erfahrene Kollegen uns ihre Ortskenntnisse weitergeben, sodass wir im Einsatzfall möglichst kurze, aber auch sichere Zustiege zu verunfallten Personen haben.“ Auch die Tradition der jährlichen Messe auf der Bürkle-Hütte gehört dazu und wir hoffen, diese im September 2021 wieder feiern zu können.

Eine gekürzte Version dieses Beitrages erscheint dieser Tage in der Zeitschrift „Puchberger Franzerl“ der Gemeinde Puchberg am Schneeberg.

Bilder: Puchberger Bergretter auf dem Schneeberg-Gipfel im Winter 2019/20:  Herbert Gschaider, Ortsstellenleiter Gerhard Lesch, Benedikt und Sabrina Faiman (oben; v.li.; BR Puchberg/Faiman); Anwärter Andreas Renner bei einer Schitour (rechts; privat); Übung für den systematischen Lawinen-Einsatz (Faiman) 

 

125 Jahre Bergrettung: Tradition & moderne Einsatz-Technik 1
125 Jahre Bergrettung: Tradition & moderne Einsatz-Technik 2